NCAA 2025/2026: Preview auf die deutschen Newcomer

Eines der scheinbar größten Themen im Sommer war der „Exodus“ junger deutscher Spieler aus BBL, ProA und ProB in die NCAA. Mit den sich dort entwickelnden finanziellen Möglichkeiten, die den Rahmen jedes Standorts in Deutschland bei weitem sprengen, lockten die Colleges diesen Sommer etwa 20 Talente in die Division I (siehe nachfolgende Tabelle).

NameJahrgangCollegeClassvorheriges Team
Antonio Dorn2003Virginia TechFreshmanKirchheim
Amon Dörries2006BucknellFreshmanBerlin
Declan Duru2007TexasFreshmanMadrid
Sananda Fru2003LouisvilleJuniorBraunschweig
Mathieu Grujicic2007Ohio StateFreshmanBarcelona
Johann Grünloh2005VirginiaFreshmanVechta
Peter Hemschemeier2003Southeastern LouisianaFreshmanBremerhaven
Martin Kalu2005CharlestonFreshmanBraunschweig
Ivan Kharchenkov2006ArizonaFreshmanBayern
Malick Kordel2004MichiganFreshmanFrankfurt
Leif Möller2003EvansvilleFreshmanHamburg
Jordan Müller2006Cal BaptistFreshmanUlm
Vincent Neugebauer2002Florida AtlanticJuniorTübingen
Jacob Patrick2003UtahJuniorLudwigsburg
Domynikas Pleta2004Iowa StateFreshmanLudwigsburg
Elias Rapieque2004Kansas StateJuniorBerlin
Davi Remagen2007Georgia TechFreshmanKöln
Alexander Richardson2003Loyola ChicagoSeniorDüsseldorf
Hannes Steinbach2006WashingtonFreshmanWürzburg

*nicht enthalten ist Eric Reibe, der vorher bereits drei Jahre im Highschool System verbrachte

Vorbemerkungen

Im Rahmen der Diskussionen um diese Wechsel wird schnell der Teufel an die Wand gemalt und der Untergang des deutschen (Vereins-)Basketballs herbeifantasiert. Als jemand, der sowohl den Jugendbasketball in Deutschland hauteng verfolgt als auch die College-Saison seit 15 Jahren an die erste Stelle der eigenen Prioritätenliste setzt, ist mir diese Diskussion viel zu müßig, um darin einzusteigen. Daher nur einige Denkanstöße, bevor ich mich lieber anhand einiger Beispiele mit Vorfreude auf die neue College-Saison einstimmen möchte.

  • Die Liste umfasst etwa 20 Namen. Diese verteilen sich auf sechs(!) Jahrgänge. Das bedeutet, dass in kommenden Sommern die Anzahl der Spieler, die wechseln werden, deutlich geringer ausfallen wird. Die interessanten Spieler (Altersgrenze, erforderliche formale Bildung zur Zulassung an einem College, Spielstärke) sind größtenteils gewechselt. So werden in den kommenden Sommern nur die jeweils neue Recruiting-Klasse, die gerade frisch das Abitur oder einen vergleichbaren Abschluss gemacht hat, sowie vereinzelte Nachzügler (z.B. Jack Kayil zu Gonzaga) wechseln. Zudem ist die College-Eligibility weiterhin auf vier Saisons begrenzt und die NCAA entscheidet je nach Einzelfall, wie viele Jahre durch ein vorheriges Studium in Deutschland oder andere Umstände vielleicht schon verbraucht sind.
  • Spieler, die in die NCAA wechseln, werden zurückkommen. Nicht alle. Manche werden in der NBA bleiben. Andere vielleicht ihre Karriere beenden. Ein schwer zu beziffernder, gleichwohl aber bedeutender Anteil wird nach Europa zurückkehren. Sie haben dann aber schon mal ein gewisses finanzielles Polster (die wenigsten haben für ihr Leben ausgesorgt) und können dadurch mit weniger Druck ins Profigeschäft in Europa einsteigen.
  • Müssen „kleinere“ Standorte Sättigungseffekte befürchten? Vielleicht wird es so sein, dass künftig Spieler, die eigentlich in BBL oder ProA gelandet wären – und das beschränkt sich explizit nicht auf deutsche Spieler, sondern ist eher für die Amis zutreffend – künftig nicht mehr dort spielen werden, weil sie bereits genug Geld verdient haben, um wählerisch sein zu können. Warum sollten sie ihr junges Erwachsenenalter in irgendwelchen europäischen Mittel- und Kleinstädten verbringen? Doch bislang gibt es da erstmal keine Anzeichen dafür. Ein konkretes Gegenbeispiel ist Great Osobor. Mutmaßlich hat er im vergangenen Jahr zwei Millionen Dollar als Star-Einkauf der Washington Huskies verdient und spielt nun „trotzdem“ für Bundesliga-Aufsteiger Jena. Randnotiz: Hannes Steinbach ist der Erbe von Osobor.
  • Ein positiver Effekt: Deutsche Jugendliche im Leistungsbasketball haben einen Anreiz, einen (höheren) Schulabschluss anzustreben. Es gibt schon jetzt Beispiele von Spielern, die eigentlich die Schule geschmissen oder zumindest mit dem Gedanken gespielt haben und nun doch noch ihren Abschluss gemacht haben oder in Zukunft machen werden.
  • Von einem Trend zu sprechen oder irgendeinen Trend jetzt schon erkennen zu wollen, ist unmöglich. In den letzten fünf Jahren hat sich in der NCAA in puncto Regeländerungen (Transfers, COVID-Extrajahr, Bezahlung, NIL) mehr getan als in den 25 Jahren zuvor. Niemand weiß, wohin sich die NCAA in den kommenden Jahren noch entwickeln wird. Dafür gibt es zu viele Unbekannte. Laufende Gerichtsverfahren, Diskussionen um eine Expansion des NCAA Tournaments von 68 auf 76 Teams, steigende Unzufriedenheit der Coaches über Recruiting-Kalender, etc. Selbst Akteure innerhalb des Systems (Coaches, Entscheider, Journalisten) wissen nicht, welche einschneidenden Veränderungen in einem Monat oder in einem Jahr oder in noch fernerer Zukunft eintreten werden.
  • Das leidige Totschlagargument, wonach Sport und Politik zu trennen seien (das ist de facto unmöglich), begegnet mir im Alltag immer wieder. Doch auch wenn es keiner hören oder lesen möchte, muss es in diesem Zusammenhang genannt werden. Donald Trump ist gerade dabei, die USA in ein autoritaristisches und faschistes Regime umzubauen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Situation eskaliert. Deutsche Spieler sollten sich in den kommenden Sommern genau überlegen, ob sie ans College gehen wollen – das schreibe ich als ein glühender Verfechter des College-Basketballs.
  • Zurück zur Bezahlung: Die derzeitigen Finanzierungsmodelle von NIL und Collegegeldern sind nicht nachhaltig. Colleges sind abhängig von Großspendern (= „Boostern“). Das sind in der Regel Alumni oder lokale Unternehmer, die ein Teil ihres Vermögens ihrer Alma Mater geben. Doch auch deren Ressourcen sind in vielen Fällen nicht unendlich. Merken sie, dass die Coaches ihr Geld einfach verbrennen und mehrere Saison in Folge die „falschen“ Spieler am Transfermarkt „einkaufen“, kann der Geldhahn ganz schnell versiegen.
  • Entsprechend wird an vielen Ecken der Ruf nach einem Salary-Cap, vergleichbar mit der NBA, lauter. Prinzipiell gibt es den auch schon nach einem Gerichtsurteil aus dem Sommer. In dem sogenannten House vs. NCAA Fall wurde im Juli ein wegweisendes Urteil gefällt und den Amateurstatus von College-Spielern endgütig begräbt. Colleges dürfen Athlet*innen nun direkt bezahlen und in den großen Conferences wird der Betrag, den die Athletic Departments der Unis ihren Spieler*innen in Football und Basketball auszahlen dürfen wohl etwa bei 20,5 Millionen Dollar liegen. Doch NIL zu begrenzen, ist nahezu unmöglich. Insofern wird es noch dauern, bis es irgendeine Art der Reglementierung gibt.
  • Pauschal lässt sich nie sagen, ob eine Entscheidung für/gegen College Basketball allgemein oder für/gegen ein spezifisches College richtig war. Am Ende muss das jeder Spieler für sich selbst entscheiden. Es gibt vielleicht ein paar Heuristiken, die bei der Entscheidung helfen können, und einige offensichtliche Fehlentscheidungen (aus sportlicher Sicht) lassen sich vielleicht durch gründliche Hintergrundrecherche im Vorlauf vermeiden. Doch ob das Gesamtpaket aus sportlicher, finanzieller und sozialer/biografischer Situation stimmt bzw. retrospektiv gestimmt hat, lässt sich für Außenstehende nicht beurteilen.

Hannes Steinbach, Washington

Hannes Steinbach rettet der U19 den Hintern und krönt seine Leistung per Dagger-Poster. 19 & 19 – fühlte sich mehr an. Sein Rebounding verdient ein eigenes Highlight-Tape. Declan Duru & Jordan Müller noch gut. Letzterer hat sich sehr gemacht. Anderson & Kayil schwach & schlechte Körpersprache.

ABabst (@babstmadness.bsky.social) 2025-06-28T14:29:53.225Z

Steinbachs Stippvisite in Seattle wird kurz zu sein. Darauf lege ich mich fest. Es ist beeindruckend, wie sich der Big Man aus Würzburg in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt hat. Bei der U19-WM wirkte er wie ein Mann unter Kindern. Wenn ich so an die letzten Jahre zurückdenke, gibt es wenige Spieler, die derartig produktiv und dominant auf Jugend-Level waren und nicht in der NBA gelandet sind.

Steinbach bringt Qualitäten mit, die universell funktionieren und jedem Team helfen. Dank seiner enorm großen Hände, die wie Saugnäpfe jeden Ball absorbieren, der irgendwie in seine Reichweite gelangt, sowie seinem Willen, sich am Brett um Rebounds auch mal blaue Flecken abzuholen, ist er eine Reboundmaschine. Ich habe ernsthaft überlegt, ein Highlight-Tape aus Rebounds zu schneiden, die er aufgrund schlechterer Ausgangsposition eigentlich nicht hätte bekommen dürfen, es aber trotzdem hinbekam. Das ist eine sehr seltene Qualität.

Neben seinem Rebounding ist Steinbach ein exzellenter Finisher mit Touch, hat seinen Wurf enorm verbessert und auch in Sachen Athletik zugelegt. Er muss keine Playcalls bekommen, um produzieren zu können. Das macht ihn unheimlich wertvoll. Steinbach wird am College dominieren und ich halte eine Wahl als Erstrundenpick 2026 für realistisch.

Randnotiz: Abdul Gaddy gehört zum Coaching Staff von Washington. Gaddy spielte in Würzburg 2017/18. Das dürfte sicherlich nicht geschadet haben beim Recruiting von Steinbach.

Johann Grünloh, Virginia

In einer sehr interessanten Situation ist Johann Grünloh gelandet. Virginia befindet sich gerade in einer Zäsur. Erfolgscoach Tony Bennett, der Virginia von einem Unter-/Mittelklasseteam in der ACC zu einem Meisterteam formte, warf in der Preseason 2024 das Handtuch. Als ein Coach, der davon lebte, dass er Spieler über Jahre in einem starren Defensivsystem entwickelte, ist die neue Ära mit schnellen Transfers und Geld nicht mehr attraktiv gewesen. Entsprechend war die vergangene Saison noch vor dem ersten offiziellen Saisonspiel gelaufen.

In diesem Frühling folgte nun der Umbruch und mit Ryan Odom kam einer der besten Coaches der NCAA nach Charlottesville. Das ist insofern ironisch, als Odom der Coach war, der 2018 mit seinen UMBC Retrievers Virginia die größte Schmach der Geschichte durch den erstmaligen 1-16 Upset im NCAA Tournament verpasste. Damit hinterließ er nachhaltig Eindruck.

Odom ist ein exzellenter Coach, der zwischendurch Utah State und VCU ins NCAA Tournament brachte – keine leichten Aufgaben in so kurzer Zeit. Odom ist aber durch seine Station bei UMBC, einer der kleinsten Unis der NCAA, geübt darin, aus bescheidenen Mitteln das Optimum herauszuholen. Nun hat er bei Virginia erstklassige Möglichkeiten.

Odom hat weitere Vorzüge, die auch Johann Grünloh entgegenkommen dürften. Erstens hat Odom Erfahrung mit Europäern. Bei UMBC rekrutierte er oft in Großbritannien, bei Utah State und VCU war der Ukrainer Max Shulga seine rechte Hand. Zweitens ist Odom ein anpassungsfähiger Coach, der trotzdem eine klare Identität mitbringt. Diese fußt auf guter Defense und moderner Offense mit viel Pick & Roll und Dreier. Die Offense ist sehr europäisch, sodass Grünloh hier keine Anpassungsschwierigkeiten haben dürfte.

Insofern mag ich den Fit für Grünloh. Ich denke, er wird viel als Pick & Roll/Pop Big finishen dürfen. Dazu kommt seine Rimprotection, die NBA Teams verlockend finden. Insgesamt hat Grünloh ohne Frage das Paket, um Virginia nach einem Jahr gen NBA zu verlassen.

Es könnte ihn nur das Schicksal ereilen, dass Virginia auf den Guard-Positionen zu schwach besetzt ist, weswegen er zu oft übersehen wird. College Basketball wird von Guards dominiert und diese müssen meist erst mühsam lernen, dass Leadership nicht alleine aus eigens erzielten Punkten besteht.

Sananda Fru, Louisville

Eines direkt vorweg: Bei Sananda Fru wage ich keine Prognose. Dafür war sein bisheriger Weg einfach viel zu unvorhersehbar und auch bei Louisville gilt abzuwarten, wie ihm diese Station helfen wird. Louisville hat sich nicht wirklich erholt, seitdem Rick Pitino durch seine Recruiting-Verstöße einen Scherbenhaufen hinterließ.

Im Frühling 2024 wurde Pat Kelsey als neuer Coach vorgestellt. Kelsey hat sich ähnlich wie Ryan Odom die Leiter hochgearbeitet. Er war jahrelang sehr erfolgreich Coach der kleinen Uni Winthrop, wo er unter anderem Xavier Cooks trainierte. Zwischendurch wechselte er nach Charleston und formte dort einen Favoritenschreck. Auch in seinem ersten Jahr in Louisville gelang ihm direkt die erste Teilnahme am NCAA Tournament seit 2019. Kelsey kann coachen und hat Erfahrung mit internationalen Spielern. Das wird Fru helfen.

Fru auf der anderen Seite war in der vergangenen Saison einer der dominantesten Spieler, nicht nur unter den deutschen, der BBL. Das ist bereits ein beachtlicher Teilerfolg. Denn Frus Werdegang ist sehr ungewöhnlich. Normalerweise sind Spieler wie Fru, die erst vergleichsweise spät ihrem Namen Bekanntheit verleihen, entweder körperliche Spätentwickler oder fangen in relativ hohem Alter erst mit dem Sport an. Beides trifft auf Fru nicht zu.

Bereits zu JBBL-Zeiten maß er über zwei Meter, erzielte aber weder großen Teamerfolg noch beeindruckende individuelle Stats bei Charlottenburg – nicht ALBA. In einem 2003er Jahrgang, der alles andere als stark war/ist, schaffte er „erst“ in der U20 den Sprung in die Jugendnationalmannschaft. Die Entwicklung verlief seitdem umso rasanter.

Nun wird es spannend zu sehen sein, wie die Umstellung ans College funktioniert. Wie Fru selbst im Podcast „Talkin‘ Basketball“ von Olli D. und Stefan Koch sagte, möchte Fru bei Louisville mehr Dreier nehmen und hat dafür auch den Segen seines Coaches.

Fru wird sicherlich eine prominente Rolle in der Rotation einnehmen. Dennoch ist bei einem Blick auf den Kader nicht auf Anhieb klar, wie die Rollen verteilt sein werden. Neben Fru sind Kaysean Pryor und Aly Khalifa die beiden größten Konkurrenten um Spielzeit. Beide waren letzte Saison durch Verletzungen ausgebremst, haben aber eben den Vorteil, dass sie schon ein Jahr im System sind und wissen, was Coach Kelsey wichtig ist. Zudem haben beide schon bewiesen, dass sie sehr gute Collegespieler sein können. Khalifa war unter Mark Pope bei BYU der Playmaking Big einer der potentesten Offensiven der NCAA. Pryor ist ein Two-Way-Player, der bereits im NCAA Tournament gespielt hat.

Kelsey spielt auch gerne mal kleiner mit einem nominellen Small Forward auf der 4. All das wird dafür sorgen, dass Fru sich schon seine Minuten erst verdienen muss.

Am meisten Bauchschmerzen an Frus Situation bereitet mir jedoch, dass Louisville auf der Guard-Position sehr jung besetzt ist. Mikel Brown Jr. ist ein Freshman Point Guard, vermutlich One-and-Done. Sein NBA Potenzial speist sich größtenteils daraus, dass er über die vergangenen Monate erheblich gewachsen ist. Bereits vorher war er im Dunstkreis der besten Guards seines Jahrgangs, aber durch den Wachstumsschub ist der Hype gestiegen. Allerdings wird er – wie die meisten Freshmen – erst lernen müssen, dass Point Guards nicht nur eigenes Scoring liefern sollen, sondern auch ihr Team organisieren müssen.

In der Konsequenz kann das für Fru bedeuten, dass er oft rauf und runter sprintet, Screen stellt, aber selten den Ball in den Händen hält. Meine Hoffnung wäre, dass sich dieses Aufgabenprofil mit zunehmendem Saisonverlauf und besserem Zusammenspiel ändert und auch er auch mal im Setplay Verantwortung erhält.

Ivan Kharchenkov, Arizona

Im Mai kristallisierte sich heraus, dass sich North Carolina und Arizona ein kurioses Wettbieten um Ivan Kharchenkov und Luka Bogavac lieferten. Ende Mai gab Bogavac UNC seine Zusage, drei Tage später sagte Kharchenkov Arizona zu. Und als Arizona-Sympathisant kann ich nur schreiben, dass diese Konstellation sowohl für Arizona als auch Kharchenkov die bestmögliche Situation darstellt.

Kharchenkov kann am College und im System von Tommy Lloyd eigentlich alle Positionen bekleiden. Lloyd ist der Guru, wenn es um das Recruiting europäischer Spieler geht (Elias Harris dürfte Kharchenkov ein sehr lebhaftes Bild gegeben haben), hat als Assistant-Coach in Gonzaga damals die Dynastie etabliert und somit sich und Gonzaga an die Spitze des Colllege Basketballs geführt.

Neben den diversen europäischen Spielern hat Lloyd aber auch viele Einflüsse aus dem FIBA-Basketball in seine Denkweise mitgenommen. Arizona spielt ansehnlichen Offensivbasketball und Spieler wie Kharchenkov blühen darin auf. Es wäre nicht überraschend, wenn Kharchenkov nach Pelle Larson und Carter Bryant der nächste vielseitige Forward wäre, der es unter Lloyds Regie in die NBA schafft.

Und Auftakt zur NCAA-Saison! Arizona gewinnt das erste Exhibition Game vs. St. Mary's 81:68. Alles noch sehr mit Vorsicht zu genießen. Ivan Kharchenkov erhält aber direkt ordentlich Spielzeit und erzielt 9 Punkte. Bin gespannt, ob Tommy Lloyd ihn zur Saisonmitte in der S5 stellt.

ABabst (@babstmadness.bsky.social) 2025-10-19T07:38:58.078Z

Vermutlich wird Kharchenkov vorerst als sechster, siebter Mann von der Bank kommen, aber über die Saison ist es durchaus möglich, dass er schnell zum Starter aufsteigt. Lloyd ist kein Dogmatiker und passt gerne auch mal zur Saisonmitte seine Starting Five an, wenn er dadurch die Chancen auf den Teamerfolg steigern kann. Kharchenkov ist ein „proven Winner“. Ob nach einem oder zwei Jahren: Kharchenkov wird in der NBA landen.

Elias Rapieque, Kansas State

Coleman Hawkins verdiente letzte Saison etwa zwischen 2 Millionen Dollar als Stareinkauf von Kansas State. Als es dann sportlich nicht lief und Kansas State sich nicht für das NCAA Tournament qualifizieren konnte, hatten die Fans in Manhattan (das in Kansas, nicht in New York) schnell den Schuldigen ausgemacht. Hawkins wurde überzogen mit unschönen Social Media Kommentaren und DMs. Was das mit Hawkins gemacht hat, lässt sich anhand seines tränenreichen Abschieds während einer Pressekonferenz nur erahnen.

Nach diesem sportlich misslungenen Jahr ist der Erwartungsdruck bei Kansas State gewaltig. Mutmaßlich erhielt Jerome Tang wieder viel Geld, um sich einen neuen Kader zusammenzustellen. PJ Haggerty soll etwas zwischen vier und fünf Millionen Dollar erhalten.

Und auch ein Elias Rapieque dürfte aus einem Fünfjahresvertrag bei seinem Heimatclub ALBA Berlin mit Euroleague-Minuten im Gepäck nicht günstig gewesen sein. Bei Rapieque bin ich mir noch nicht sicher, ob er sich aus sportlicher Sicht einen Gefallen getan hat. Ich halte sehr große Stücke auf ihn und denke, er wird über kurz oder lang in der NBA landen.

Mit einer erfolgreichen Saison am College könnte er sich natürlich schnell einen Namen machen. Doch dass der Erfolg nicht garantiert ist, hat die letzte Saison der Wildcats eindrucksvoll gezeigt. Sportlich ist die Qualität in der Big12 deutlich schwächer als die Kombination aus BBL und Euroleague (oder Champions League). Zudem hat Tang letzte Saison nicht unbedingt bewiesen, dass er mit vielseitigen Forwards gut umzugehen weiß. Jedenfalls musste Coleman Hawkins für seine Aktionen stets viel Aufwand betreiben. Ich wünsche Rapieque, dass die College-Erfahrung für ihn besser verläuft als für Hawkins.

Short Notes

Declan Duru: Entschied sich sehr spät (nach der U19-WM) für Texas. Texas hat wiederum den Trainer im Frühling gewechselt und war spät dran bei der Kaderzusammenstellung. Ich bin kein Fan von Sean Miller (weder sportlich noch menschlich), aber zumindest hat er schon mit Europäern gearbeitet und liebt Spielertypen wie Duru. Ein Platz in der Rotation sollte drin sein. Sein Wurf ist der entscheidende Swing Skill.

Mathieu Grujicic: Hier wird am interessantesten sein, welche Rolle Grujicic bekommt und wie er sich damit arrangiert. Er ist eigentlich nur dann effektiv, wenn er in der Offense Alleinunterhalter sein darf. Allein körperlich wird er dabei aber Schwierigkeiten bekommen. Zu dem erhalten Freshmen von Big Ten Refs traditionell immer eine Lektion mehr, was für einen Spieler, der abhängig vom Ziehen von Fouls ist, kein gutes Zeichen ist.

Martin Kalu: Gemessen an seinem Talent, ist Charleston sicherlich ein Standort unter seinen Möglichkeiten. In der U16 war Kalu auf bestem Wege in Richtung Euroleague/NBA. Doch Krankheiten und Verletzungen warfen ihn in der Folge zurück. Nun ist ein wenig die Frage, ob Charleston als Bühne groß genug ist, um sich ins Rampenlicht zu spielen. Kalu wird sich hocharbeiten müssen, wenn er auf hohem europäischen Level oder gar in der NBA landen will.

Malick Kordel: Unter dem Radar fliegt Malick Kordel. Er begann sehr spät mit Basketball, bringt aber unglaubliche Voraussetzungen durch seine Kombination aus Größe und Beweglichkeit mit. Michigan ist ein genialer Standort für ihn – wenn er Geduld beweist. Es kann gut sein, dass er in seinen ersten beiden Jahren sehr wenig Spielzeit erhalten wird. Michigan ist ein Topteam und gerade auf den großen Positionen exzellent besetzt.

Podcast von/mit Malick Kordel, der von Frankfurt nach Michigan ans College wechselt:mgoblue.com/podcasts/def…Späteinsteiger mit riesigem Potenzial! 2,15m+ mit unglaublichem Mix aus Koordination & Explosivität. Hoffe, er bleibt 2-3 Jahre in Michigan zur Entwicklung und beweist Geduld.

ABabst (@babstmadness.bsky.social) 2025-09-23T17:10:35.656Z

Davi Remagen: Bei Davi ist das Wichtigste, dass er gesund bleibt. Schon früh mit Verletzungen geplagt, muss man abwarten, wie gut er körperlich konstituiert ist. Von den Anlagen her, ist er zusammen mit Jack Kayil (und Christian Anderson Jr.) der spannendste Prospect auf den Guard-Positionen seit langer Zeit. Mit Mighty Mouse Damon Stoudamire und Assistant Coach Bonzi Wells hat sein Coaching Staff viel NBA-Erfahrung. Und Georgia Tech hat überraschend viel Geld in die Hand genommen für den Kader. Sie könnten das Überraschungsteam der ACC werden.

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